Geschrieben am 20.06.2010 um 12:51 Uhr. Bereits 353 mal gelesen.
Nicht wundern, aber ja, ich bin schon wieder zu Hause. Und das, obwohl das Hurricane noch bis heute Abend geht.
Warum? Das Wetter war bäh, ich habe gefroren ohne Ende, hatte Donnerstag einen super Start in dem ich in der Bändchenschlange erst mal akurat zusammengeklappt bin und habe gestern fast den ganzen Tag im Zelt gegammelt, weil ich bei dem Scheißwetter keine Lust auf Bands hatte, die ich eh nicht kenne. Laune ging immer mehr in den Keller und da ich meinem Freund das Festival auch nicht ganz verderben wollte (Männer frieren ja nicht so schnell und dank Bierkonsum sowie so nicht!), hab ich mich gestern Abend spontan dazu entschlossen, mich in den nächsten Zug richtung Heimat zu setzen. Also Papa angerufen, der hat im Internet geschaut. Ja um 20 Uhr fuhr ein Zug. Es war 19 Uhr. Bahnhof war ca. 1,5 km entfernt und laut Bekannten mit 20 Minuten Fußmarsch zu erreichen. Passt. Sachen gepackt und dann hat mein Liebster mich zum Bahnhof begleitet und mir hinterher gewunken.
Gott, war ich glücklich als ich endlich zu Hause war und unter der heißen Dusche stand!
Was hat mir das Festival denn so für Erkenntnisse gebracht?
- Zusammenklappen ist kein schönes Gefühl: Erst wurde mir schwarz vor Augen, dann hörte ich alles nur noch ganz leise, merkte, wie mein Gleichgewicht nachließ und hörte meinen Freund, der versuchte mich anzusprechen. Dann packte er mich und zog mich aus der Schlange an den Zaun. Irgendjemand setze mir einen Hut auf und irgendjemand anderes gab mir eine Wasserflasche, die ich in einem Zug leerte. Erst dann konnte ich wieder richtig hören und auch antworten. Sehr seltsames Gefühl. Hatte ich noch nie und muss ich auch nicht wieder haben. Man ist da dann echt hilflos.
- Die Veranstalter vom Hurricane sind irgendwie nicht so schlau. Auf die beschwerde von einem mit Sackkarre, der sich über die Gitter quälen musste, antwortete ein Security “Finden wir eigentlich ganz gut, dass die Leute sich quälen. Dann brauchen sie länger und es ist nicht so stressig…” Hallo? Schon mal drüber nachgedacht, dass das Gepäck schwer ist, es am Donnerstag tierisch heiß war, alle einfach nur gerne aufs Gelände wollen und niemand Lust hat, da ewig auf die Deppen zu warten, die in jede Tasche eben einmal kurz reinschauen wollen? -.-
- Sanitäre Anlagen gabs zu wenig. Ich glaube, das waren letztes Jahr mehr. Dixies sind ekelig und ich nehm auch gerne das Anstehen bei den Toiletten in Kauf. Aber dann sollen die Putzen doch bitte auch mit dem Auffüllen von Klopapier hinterherkommen und Verstopfungen beseitigen. Und 2 dieser Sanitäranlagen auf dem gesamten Campinggelände sind eindeutig zu wenig!
- Wenn man vom Festival kommt, stört man sich nicht mehr an dreckigen Zugtoiletten. Wirklich nicht. Die sind fast Luxus!
Ein nettes Erlebnis hatte ich Freitagabend, als wir bei Mando Diao am Rand auf den Bänken saßen: Auf einmal tickte mir jemand auf die Schulter und fragte: “Heißt du Ulrike? Und hast du einen Blog?” – Äh ja. Tja, da hatte mich die Kleinodyssee erkannt. Fand ich echt cool. Das Hurricane ist nun nicht gerade klein und man kennt sich ja auch kaum, aber man hat sich zufällig getroffen und sie hat auch noch ein Foto gemacht.
Musikalische Highlights gabs für mich nicht wirklich. Die Headliner waren ganz nett, aber ich war kein Fan von den Bands und so jetzt auch nicht sonderlich euphorisch. Hätte gerne Revolverheld gesehen, aber die spielen erst heut Nachmittag. Pech.
Die Karte war für mich irgendwie Verschwendung und ob ich nächstes Jahr noch mal fahre hängt ganz stark von den Bands und vom Wetter ab. Wenn, dann kauf ich mir das Ticket erst kurz vorher und wenn, auch nur, wenn wirklich mindestens 3 Bands da sind, die ich unbedingt sehen will! Ansonsten fehlt mir einfach die Motivation. Und merke: Selbst wenn es am 1. Tag noch tierisch heiß ist, kann es die restlichen Tage arschkalt werden und man wäre glücklich, wenn man doch die Winterjacke mit eingepackt hätte. Naja. Ich habs überlebt und kann heute doch noch relaxen und meinen Freund heut Nacht ganz entspannt empfangen.